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Wolfgang Mennel
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Wolfgang Mennel • Fotografie

Das Haus

Das Haus

Denn das Haus ist unser Winkel der Welt. Es ist - man hat es oft gesagt - unser erstes All.

Gaston Bachelard, Poetik des Raumes

Foto: Wolfgang Mennel, Haus, Dämmerung

Kaffeemaschine

Kaffeemaschine

Wohlgemerkt, dem Haus ist es zu danken, daß eine große Zahl unserer Erinnerungen "untergebracht" sind, und wenn das Haus etwas kompliziertere Gestalt annimt, wenn es Keller und Speicher, Winkel und Flure hat, dann bekommen unsere Erinnerungen mehr und mehr charakteristische Zufluchtsorte.

Gaston Bachelard, Poetik des Raumes
Wolfgang Mennel, Ilmenau, Wiesenweg 24 (4)

Sonne und Mond

Sonne und Mond

Denn wenn es zwei Dinge gab, die Watt nicht mochte , so war eins davon der Mond und das andere die Sonne.

Samuel Beckett, Watt

Der Mond ist aufgegangen

Der Mond ist aufgegangen

Passen Sie auf, es ist ein Foto, also ist es wahrscheinlich gefälscht.

Joan Fontcuberta

Nichts weiter 1

Nichts weiter 1

Nichts weiter. Vielleicht ein wenig blau, bläulich, und alles seitwärts sich bewegend.

Foto: Wolfgang Mennel

Nichts weiter 2

Nichts weiter 2

Nichts weiter. Vielleicht ein Baum weit hinten; und Matsch in der Fläche.

Foto: Wolfgang Mennel

Nichts weiter 3

Nichts weiter 3

Nichts weiter. Eine Wolke, sonst nichts, noch eine Wolke, beides nicht mit sich identisch, in sich bewegliches Wasser.

Foto: Wolfgang Mennel

Oberfläche des fotografischen Bildes

Oberfläche des fotografischen Bildes

Die letzte Weisheit des fotografischen Bildes lautet: "Hier ist die Oberfläche. Nun denk darüber nach – oder besser: erfühle, erkenne intuitiv – was darunter ist, wie eine Realität beschaffen sein muß, die so aussieht."

Susan Sontag, Über Fotografie, p 27
Foto: Wolfgang Mennel, Fototransfer, Fotografie, Öl, Rost auf Metall

Unterführung, Siracusa

Unterführung, Siracusa

Die Moralisten verlangen von einer Fotografie etwas, was keine Fotografie jemals leisten kann: daß sie spricht. Die Bildunterschrift ist die fehlende Stimme, und es wird von ihr erwartet, daß sie für die Wahrheit spricht. Aber selbst eine völlig korrekte Bildunterschrift ist nicht mehr als eine unter vielen möglichen Interpretationen der Fotografie (...)

Susan Sontag, Über Fotografie, p 103

Familienlandschaft

Familienlandschaft

Eine Fotografie ist fossiliertes Licht.

William J. Mitchell, The Reconfigured Eye, in Bernd Stiegler, Bilder der Photographie, p 93

Gedächtnis

Gedächtnis

Das Gedächtnis ist nicht ein Instrument zur Erkundung der Vergangenheit, sondern ihr Schauplatz. (...) Wer sich der eigenen verschütteten Vergangenheit zu nähern trachtet, muß sich verhalten wie ein Mann, der gräbt.

Walter Benjamin, Berliner Chronik, in: Bernd Stiegler, Bilder der Photographie, p 93f

punctum

punctum

„Das zweite Element durchbricht (oder skandiert) das studium. Diesmal bin nicht ich es, der es aufsucht (wohingegen ich das Feld des studium mit meinem souveränen Bewußtsein ausstatte), sondern das Element selbst schießt wie ein Pfeil aus seinem Zusammenhang hervor, um mich zu durchbohren. […] Das zweite Element, welches das studium aus dem Gleichgewicht bringt, möchte ich daher punctum nennen; den punctum, das bedeutet auch: Stich, kleines Loch, kleiner Fleck, kleiner Schnitt - und Wurf der Würfel. Das punctum einer Photographie, das ist jenes Zufällige an ihr, das mich besticht (mich aber auch verwundet, trifft).“

Roland Barthes, Die helle Kammer

studium

studium

„Aus studium interessiere ich mich für viele Photographien, sei es, indem ich sie als Zeugnisse politischen Geschehens aufnehme, sei es, indem ich sie als anschauliche Historienbilder schätze: denn als Angehöriger einer Kultur (diese Konnotation ist im Wort studium enthalten) habe ich teil an den Figuren, an den Mienen, an den Gesten, an den äußeren Formen, an den Handlungen.“

Roland Barthes, Die helle Kammer

Verlorene Gegenstände, deformierte Formen.
Menschen, Memoria, aus dem Familienalbum
Gefrorene Zeit
Traurige Trope